Hildesheim
Die Gewinner der dritten Runde des Kirchenquiz, der Rätselrallye des Kirchenkreises Nienburg, waren bei strahlendem Wetter am Freitag, 15. April 2011, in Hildesheim. Eine Führung durch die 1000-jähige St. Michaelis Kirche war gewonnen.
Zunächst aber ging es in die 35 Jahre junge Lukaskirche in Hildesheim Ochtersum. Sie besticht durch ihre besondere Einteilung der Räume: ein großer Innenraum wird vor allem genutzt, um Gottesdienste zu feiern. Dieser Raum ist mit Altar, Kanzel und Orgel ausgestattet. Die Bestuhlung allerdings ist variabel. Um diesen Gottesdienstraum gruppieren sich mehrere kleine Räume, die durch Trennwände abgeteilt werden können und als Gruppenräume genutzt werden können. Zu großen Veranstaltungen erweitern sie den zentralen Gottesdienstraum. Im Keller sind zahlreiche Kinder- und Jugendräume untergebracht, die intensiv von der durch Neubaugebiete wachsenden Gemeinde genutzt werden.
Ganz anders die Michaeliskirche St. Michael. Der wiedergefundene Grundstein beweist, dass diese Kirche 2010 eintausend jahre alt geworden ist. Deutlich erkenntbar, dass Bischof Bernward für Ihren Bau verantwortlich zeigte.
Pfeiler und Säulen
Sie ist eine der berühmtesten romanischen Kirchen Norddeutschlands. Wie eine Gottesburg liegt sie auf einem kleinen Hügel an der Innerste. Sie ist nach einer alten Zahlensymbolik gebaut, bei der die „drei“ und die „neun“ eine wichtige Rolle spielen: Drei Quadrate, durch Pfeiler markiert, bilden von West nach Ost das Mittelschiff. Dazu sind am Ende je drei Quadrate quer vorgesetzt – zusammen neun. Zwischen den Pfeilern tragen je zwei Säulen das Gewölbe. Dies wird als „Niedersächsischer Stützwechsel“ bezeichnet, der in der Michaeliskirche besonders gut erkennbar ist.
Der Stammbaum Jesse
Berühmt ist die bemalte Holzdecke, die in über 120 Bildern den „Stammbaum Jesse“ zeigt: Ausgehend von Jesse, dem Vater Davids, sind in großen Bildern Gott wohlgefällige Könige Israels dargestellt bis hin zu Jesus als Weltherrscher. Im Krieg war dieses große Deckengemälde in Bergwerken rechtzeitig ausgelagert, so dass es bei der schweren Bombardierung am 22. März 1945 nicht zerstört wurde.
Christussäule
Als eine weitere Kostbarkeit, die noch aus der Zeit des Erbauers, Bischof Bernward stammt, ist zurzeit die Christussäule in St. Michael zu bewundern. Nach dem Vorbild einer römischen Siegessäule ist in einem Reliefband das Leben Jesu dargestellt, wobei die einzelnen Figuren plastisch aus der Säule hervortreten.
Nach den interessanten Kirchenführungen blieb noch Zeit, auf dem Marktplatz in Hildesheim die berühmten Fachwerkhäuser der Knochenhauer und der Bäcker zu bewundern und sich Kaffee und Kuchen schmecken zu lassen.
Bildergallerie
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