Biblia pauperum
Rund 200 Jahre war verdeckt gewesen, was diese Kirche zu etwas ganz Besonderem macht: ein Bilderbuch des Glaubens, in Form kunstvoller Fresken den staunenden Menschen vor Augen geführt. Um 1520 hatten Hoyaer Grafen die Chor-Ausmalung des um 1200 erbauten Gotteshauses in Auftrag gegeben. Die Gestaltung sollte dazu beitragen, während der ausschließlich in lateinischer Sprache gefeierten Gottesdienste wesentliche Inhalte des Glaubens besonders eindringlich zu vermitteln – die Verheißung des ewigen Lebens ebenso wie gegebenenfalls die Drohung ewiger Verdammnis in der Hölle.
Von der Marsch zur Geest
Dass diese Dorfkirche am Übergang von Marsch zu Geest heute zu den wenigen in Norddeutschland gehört, die eine derart reichhaltige und vollständige Ausmalung ihrer Gewölbe aufweisen können, ist der Aufmerksamkeit eines örtlichen Malergesellen zu verdanken, denn: Bei Ausbesserungsarbeiten war er eher zufällig 1904 auf diesen um 1700 übermalten „Schatz“ gestoßen und hatte Alarm geschlagen. Daraufhin begannen drei Jahre währende Restaurierungsarbeiten des hannoverschen Kirchenmalers Ebeling an dem figurenreichen Werk. 60 Jahre später erfolgte eine erneute Restaurierung der Fresken, und 1985 sind schließlich auch die übrigen Bögen in einer Weise bemalt worden, die der ursprünglichen Ausmalung im Sinne der 1864 von Conrad Wilhelm Hase veranlassten neuromanischen Gestaltung entspricht. – Ahnen Sie, wo besagter Hase diesmal seine Spur gelegt hat?
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