Ganz im Westen

Im Alphabet steht der Ort, in dem Ritter Sweder von der Wisch diese Feldsteinkirche erbauen ließ, sehr weit vorn; innerhalb des Kirchenkreises Nienburg hingegen führt er eher ein Randdasein in westlicher Richtung.
Gleichwohl befindet sich besagte Kirche in verkehrsgünstiger Lage direkt an einer Bundesstraße. Als noch die Baugerüste standen, so um das Jahr 1250, dürfte es auf der Route gemächlich zugegangen sein. Gewiss auch bei jenen Wandermönchen, die um 1300 in das stille Dorf kamen, um besagte Kirche kunstvoll auszumalen.



Doch heute ist von diesen Fresken kaum noch etwas zu sehen. In den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts fielen sie einer Renovierung des Gotteshauses zum Opfer: Als die Fenster verbreitert wurden, führte dies zum Verlust der unter Kalktünche verborgenen Fresken.

Nicolaus



Ob vielleicht auch ein Nicolai-Bild dabei war, weiß man nicht. Lediglich eine Kreuzes-Szene mit der Mutter Maria und dem Evangelisten Johannes ist von den figürlichen Darstellungen erhalten geblieben. Eine nicht minder missglückte Renovierungsmaßnahme stellte den Tausch eines Flügelaltars gegen einen Kanzelaltar dar, welcher nämlich 1958 wieder abgebaut worden ist. Auch der gotische Taufstein von 1461 war jahrelang verschwunden, ehe er schließlich in die Kirche zurückkehrte.

Madonna



Bedeutendstes Relikt ihrer einstigen Ausstattung aber ist die „_ _ _Madonna“. Einem Zufall ist es zu verdanken, dass die um 1200 geschaffene hölzerne Altarfigur heute zu den Schätzen des Nienburger Museums gehört. Dessen „Vater“, Lehrer Fritz Heller, hatte die wertvolle Figur 1925 zufällig entdeckt, nachdem ein Bauernjunge sie aus einem Haufen Feuerholz gezogen hatte, um damit zu spielen.

Unverbrannt



Womit Fritz Heller sein „Beutestück“ abgegolten hat, ist nicht bekannt, aber es war nicht das letzte Mal, dass dort kirchliches Gut vor Feuer verschont blieb. 25 Jahre später notierte der Gemeindepastor dankbar, bei einem schweren Gewitter habe ein Blitzschlag den Turm getroffen, ohne ihn – „dank Gottes allmächtiger Hand“ – aber in Feuer zu setzen.

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