Zwischen Straßen

Nahe einer „Doppelbundesstraße“ sowie an einem Bach, dessen Name auf ein ehemaliges benachbartes Mahlwerk hinweist, steht jene Kirche mit außerordentlich bewegter Geschichte. Ebenso wie nicht allzu weit entfernt bis heute eine Superindententur nahe einer Kirche steht, hatte es sich mehr als ein halbes Jahrhundert auch hier verhalten – bei gleicher Namensgebung des Gotteshauses. Und eine benachbarte Gemeinde war sogar noch bis 1975 als Filialgemeinde angegliedert.

Bedeutender Türbogen

An die eigenen Anfänge erinnern Reste einer seit 1232 verbrieften romanischen Dorfkirche. Von 1580 ist an der Südseite ein Renaissance-Türbogen erhalten geblieben; außerdem ein Chronogramm, das in der Buchstabenfolge „Christo DVCe restaVratVM“ (Christus dem Fürsten wiederhergestellt) die Jahreszahl 1716 codiert. Bald danach erhielt die Kirche ihr charakteristisches hölzernes Tonnengewölbe und eine Orgel.

Ende des Jahrhunderts folgten ein neuer Altar sowie eine neue Kanzel nebst hölzerner Taufe. Dieses zierliche Barock-Kunstwerk ist inzwischen das einzige Überbleibsel davon. Ein aufmerksamer Arbeiter bewahrte es vor dem Verbrennen, als eine unerbittliche Modernisierungswelle über die Kirche hereinbrach. Auch später noch machte sich wechselnder Kunstgeschmack bemerkbar: Neues Gestühl hielt in den 1960er Jahren mitsamt neuer Leuchten und neuer Kanzel Einzug; Emporen an Nord- und Südseite mussten ebenso weichen wie der 1789 geschaffene Altar.

Modernes Altarbild

Ein 1965 als „Komposition in Rot“ betiteltes Altarbild ist mittlerweile an die Nordseite umgehängt worden und machte breitformatigem „Holz des Lebens“ Platz. – Längst nicht mehr zu den Lebenden zählen Personen, an die an der West- bzw. Nordseite zwei Sandstein-Grabplatten aus dem 17. Jahrhundert erinnern. – Sehr lebhaft erinnern sich viele Heutige an eine Aktion, bei der vor 30 Jahren „Alles für den Kirchturm“ geschah und damit zwölf Jahre „Flachdach-Turm“ endlich überwunden wurden. Wissen Sie, wo?

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