Video - Kirche 11
Lang gestreckt
Wie auf eine sehr lange Perlenschnur gereiht, sind die drei bäuerlich klingenden Ortsteile jener Gemeinde angeordnet, die wortwörtlich ein Randdasein im Kirchenkreis Nienburg führt. Übersetzt man Nienburg mit Neue Burg, so hatte die vormalige Zugehörigkeit jenes Ortes auf eine Neue Stadt hingedeutet. Tatsächlich jedoch befindet sich das Gemeinwesen in absolut ländlicher Gegend. Trotzdem weist sie gleich zwei Gotteshäuser auf. Ältestes war ein Holzbau als Vorläufer einer aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts stammenden Kirche; benannt nach jenem Manne, der mit Jesus tat, was heutige Geistliche schon kleinen Kindern tun. Der Tauf-Stein besagter Kirche entspricht stilistisch übrigens ganz dem von einem Dachreiter gekrönten Ziegelbau.
Zwei Kirchen
Einen richtigen, 37 Meter hohen Turm mit drei Glocken weist die andere, weitaus leichter zu bemerkende Kirche aus, dessen Namensgeber ein im Jahre 723 gestorbener Abt des Klosters St. Gilles (Provence) ist, der zu den 14 Nothelfern zählt und als Schutzpatron stillender Mütter gilt. Vielleicht stand er auch den beiden Frauen bei, die als Ehefrauen von Jobst Heine fünf Söhne und ebenso viele Töchter zur Welt brachten, bevor im 17. Jahrhundert jene fast drei Meter hohe Sandsteingrabplatte angefertigt wurde, die jetzt neben der Tür des Turmes steht.
Dessen ursprüngliches Schieferdach ist 1971 durch Kupferbedeckung ersetzt worden, nachdem Mitte der sechziger Jahre bei Renovierung des spätromanischen Kirchenschiffes samt Restaurierung alter Fresken Abschied von zwischenzeitlicher barocker Ausstattung genommen worden war. Als Zugeständnis an die Neuzeit befinden sich im Altarraum des aus dem 13. Jahrhundert datierenden Gotteshauses zwei moderne Fenster: „Ankunft Christi“ und „Wiederkunft Christi“.
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