Gewinner in Loccum
“Blick über den Kirchturm“ ist das Leitthema der Rätselrallye. Die Gewinner der einzelnen Rätselrunden bekommen Gelegenheit zu einem qualifizierten Blick auf besondere Kirchen über die zu erratenden Kirchtürme im Kirchenkreis hinaus.
Die Gewinner der 1. Rätselrunde, Inge Klahr und Brunhilde Wittenberg aus Nienburg und Christine Jentsch aus Oyle haben jetzt mit ihren Ehemännern die Führung durch das Kloster in Loccum mit Abt Horst Hirschler genießen können. Abt Hirschler beeindruckte durch seinen Kenntnisreichtum und seine lebendige und humorvolle Art auch schwierige Sachverhalte leicht verständlich vor zu tragen.
Abt Horst Hirschler nahm gleich zu Beginn den Platz des Abtes im Lesegang des Kreuzganges ein: Er stellte sich unter ein Kapitell, auf dem ein Adler einen jungen Adler trägt, um ihm das Fliegen bei zu bringen – das war stets, symbolisch betrachtet, die Aufgabe des Abtes gegenüber den Mönchen, die in diesem Raum bei den Väterlesungen in langer Reihe vor ihm saßen.
1163 wurde das Kloster Loccum gegründet. Wie bei den Zisterziensern üblich, sollten die Mönche arm und fleißig sein; aber das klappte nicht. Durch eigenen Fleiß und zahlreiche große Stiftungen von Besitzenden, die gar nicht genug für ihr Seelenheil tun konnten, wurde auch dieses Kloster recht wohlhabend.
Beinahe schleichend wurde das Kloster um 1600 evangelisch. Die Mönche blieben. Zu tun gab es genug. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts wird das Kloster als Predigerseminar für die Ausbildung junger Pastorinnen und Pastoren genutzt.
Abt Hirschler verstand es, in unterhaltsamer Weise die Geschichte des Klosters mit der eigenen Biographie und Position zu verknüpfen:
- Ausgehend vom Denkmal für Abt Molanus (1677 – 1722) erzählte Hirschler von dessen – letztlich aber gescheiterten – Bemühungen, die Einheit der christlichen Kirchen wieder her zu stellen. Als Landesbischof der Hannoverschen Landeskirche hat Abt Hirschler die Einigungsgespräche über die Rechtfertigungslehre mit der Katholischen Kirche vorangetrieben.
- Der Abt des Klosters Loccum ist geborener Vorsitzender des Aufsichtsrates der Versicherungsgruppe Hannover, da Abt Ebel einmal die Landschaftliche Brandkasse – später Provinzial, heute VGH – gegründet hat.
- Auf dem Marienaltar ist eine Nonne dargestellt, wahrscheinlich die Heilige Brigitta. Sie liest aus ihren aufgeschriebenen Visionen vor, in denen die politisch Mächtigen angeklagt werden, weil sie in unchristlicher Weise Recht und Gerechtigkeit in ihrem Handeln vermissen lassen. Im Refektorium; dem früheren Speisesaal der Mönche, erzählte Abt Hirschler, wie er bei den Jahresempfängen häufig Auseinandersetzungen mit den politisch Verantwortlichen geführt habe, so, als der Buß- und Bettag und ein andermal der Religionsunterricht an Berufsbildenden Schulen abgeschafft werden sollten.
Die am Ende des 19. Jahrhunderts gemalten großen Gemälde im Laienrefektorium ’erzählen‘ biblische Geschichten, lokalisiert in Loccum und Umgebung: Viele Loccumer erkennen auf den Gemälden ihre Vorfahren. Das Gemälde von der Bergpredigt Jesu zeigt das Steinhuder Meer als See Genezareth mit Blick auf Bergkirchen und die Rehburger Berger.
Nach der Führung wurde um 18.00 Uhr in der Klosterkirche die Hora, das Abendgebet, gehalten und anschließend gab es ein gemeinsames Abendessen mit Vikaren und einer Arbeitsgruppe der Sparkasse Oldenburg im Predigerseminar.
Jetzt geht es zum Endspurt der zweiten Rätselrunde. Am 15. November ist Einsendeschluss für die Antworten dieser laufenden Runde. Die Kirchen und Kapellen Nr. 10 bis 18 sind zu erraten. Mit den Gemeindebriefen wurden die Faltblätter in alle Haushalte verteilt. Unter ww.unserekirchen.de ist extra eine Internetseite mit zahlreichen zusätzlichen Fotos, ausführlicheren Texten und kurzen Videos geschaltet. Viele, fast nur richtige, Antworten sind bereits eingegangen. Noch ist die Möglichkeit gegeben, als interessanten Preis einen Besuch für zwei Personen im Kloster Amelungsborn zu gewinnen mit einer Führung durch Prior Martin Lechler und einem gemeinsamen Essen im dortigen Kloster.
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