Wie ein Block stehen die Hallen und Bürogebäude eines Busunternehmens an der Landesstraße 370 – unweit von ehemaliger Molkerei und Pflasterstein-Lager in ländlicher Umgebung. Mancher Wochenendausflug per Benzinkutsche in Richtung Steinhuder-Meer-Nordufer führt daran vorbei
Gelegentlich gänzlich unbemerkt bleibt dabei das bescheiden anmutende Kirchlein in der kurvenreichen Ortsdurchfahrt, zumal auch sein Türmchen recht bescheidene Ausmaße aufweist. Doch die relative Meernähe will ja auch nicht als Richtungsmerkmal einer Grauen Stadt verstanden werden.
Der Kanzelaltar -
er zieht den Blick auf sich.
Aber zurück zur Kirche: Dass es sie gibt, ist gar nicht einmal selbstverständlich; waren doch im Jahre 1774 gleich 22 Bauernhäuser, Schule, Witwenhaus, Pfarrhaus und eben auch die Kirche Raub eines verheerenden Feuers geworden. Eine zeitlang machten sich die Dorfbewohner daraufhin zum Gottesdienst in einem königlichen Jagdschloss auf den relativ weiten Weg. Diesen Weg – pikante Bemerkung am Rande – scheute übrigens auch jener Graf von Königsmarck nicht, als er dort die spätere „Prinzessin von Ahlden“ besuchte.
1776 wurde die neue Kirche eingeweiht, die im Jahr darauf einen noch heute zu betrachtenden Kanzelaltar erhielt. Ein hannoverscher Tischlermeister hat ihn angefertigt; ergänzt durch Schnitzarbeiten des ebenfalls hannoverschen Hofbildhauers Johann Friedrich Ziesenis. Es lohnt sich, die Meer-Fahrt zu unterbrechen und im Pfarrhaus gegenüber der Kirche einmal den Schlüssel zur Besichtigung des Gotteshauses zu erbitten.