Kapellenvideo
Mit respektablem Dachreiter
„Suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan“ heißt es bei Lukas 11,9. – Auf die namenlose Kapelle bezogen, um die es hier geht, führt das Suchen spätestens zum Erfolg, nachdem man einen freundlichen Menschen in dem kleinen Ort nahe der Alten Celler Heerstraße nach dem Weg gefragt hat. Das Klopfen hingegen dürfte vergeblich sein, denn man steht vor einem unspektakulären kirchlichen Gebäude, das im Inneren zwar hübsche Leuchter aus seiner Entstehungszeit vorzuweisen hat, jedoch keine bedeutenden Schätze präsentiert, die es zu einem touristischen Ziel machen könnten.
Immerhin ist es aber die einzige von vier Kapellen ihres Kirchspiels, die sich nicht in kommunaler, sondern kirchlicher Trägerschaft befindet. Und im Gegensatz zu dem 1944 mitten in der Feldmark angelegten Friedhof steht das kleine Gotteshaus mitten im Dorf; mit einem respektablen Dachreiter, der eine Glocke aus dem 17. Jahrhundert beherbergt.
Etwa 70 Sitzplätze weist die Kapelle auf. 1880/81 ist sie im neogotischen Stil erbaut worden. Ihre noch aus vorreformatorischer Zeit stammende strohgedeckte Vorgängerin war am 14. Juli 1879 niedergebrannt. Ein Blitzschlag dürfte die Ursache gewesen ein; wie die Landbevölkerung ja ohnehin häufig von unberechenbaren Naturereignissen heimgesucht wurde. So erinnerte zum Beispiel lange Zeit jeweils ein Hagelgottesdienst am 1. Mai an ein Unwetter, das im 19. Jahrhundert einmal die gesamte Ernte des Dorfes vernichtet hatte.
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