Rund um die Kirche

Zur zweiten Kirchenbesichtigung der Volkshochschule Nienburg und des Kirchenkreises waren mehr als 40 interessierte Menschen nach Marklohe gekommen. Wolfgang Schröter erwies sich als Glücksfall für diese Führung, die er gerne übernommen hatte. Er kennt seine Clemens-Romanus-Kirche und ihre Geschichte und weiß sein profundes Wissen sehr lebendig zu vermitteln.
Zunächst wurden bei einem Rundgang um die Kirche der romanische Baustil, der breite Glockenturm und die Tympanon (Giebelfelder über den beiden Türen) mit ihrer Symbolik erkundet.

Außenansichten

         
Tympanon am Haupteingang - Absalom, im Baum verfangen?       Tympanon am Turmeingang - Kain und Abel bringen ihre Opfer dar.

Taufkapelle

Durch den Eingang für besondere Anlässe im Turm ging die Gruppe zunächst ins ehemalige Baptisterium, der Taufkapelle mit ihrem schönen Gewölbe. Sie wird heute nicht mehr für Taufen genutzt.

Baustil

Nach ausführlichen Informationen über den Baustil der Kirche und die durchgeführten Veränderungen im Laufe der letzten ungefähr 900 Jahre, war Zeit, bei meditativer Musik die Fresken im Altarraum an zu schauen und sie zu „lesen“. Noch vor der Reformation hatten die Hoyaer Grafen diese Malereien um 1520 in Auftrag gegeben.

Fresken wieder entdeckt

In einem unteren Band finden sich Darstellungen zu Geschichten aus dem Alten Testament, mit der Fesselung Isaaks, der Versuchung von Adam und Eva und ihrer Vertreibung aus dem Paradies.
Auf einer mittleren Ebene sind deutlich größere Bilder zum Leben Jesu zu sehen, von der Ankündigung seiner Geburt, über die Geburt im Stall, der Kreuzigung auf Golgatha bis zu seiner Auferstehung. Und über allem thront Christus als Weltherrscher zum Jüngsten Gericht: Die Geretteten werden von Petrus in Gottes neue Welt, in das Himmlische Jerusalem, eingelassen; darunter auch die Grafen von Hoya, die als gekrönte Häupter zu erkennen sind. Die Verdammten werden von Teufeln in den Höllenrachen getrieben; unter ihnen die Braunschweiger Welfen, die den Grafen von Hoya zwischenzeitlich ihr Land geraubt hatten.
Die Fresken wurden später übertüncht und waren für lange Zeit völlig vergessen. Erst als zwischen 1904 und 1907 das Chorgewölbe restauriert wurde, wurden diese bildhaften biblischen Geschichten wieder entdeckt, freigelegt und an schadhaften Stellen so vervollständigt, wie es gewesen sein könnte. So ist die Clemens-Romanus-Kirche als besonders wertvoller Schatz der Baukunst und der Darstellung der Heilsgeschichte bis in unsere Zeit erhalten geblieben.
Mit einer dritten Kirchenbesichtigung am kommenden Samstag, 2. April, um 16.00 Uhr in St. Michael Nienburg wird diese Reihe der Volkshochschule zunächst abgeschlossen.

Fresken

         
Die Schlange (mit Menschenkopf) verführt Adam und Eva Der Engel vertreibt Adam und Eva aus dem Paradies Der Engel Gabriel kündigt Maria die Geburt ihres ersten Kindes an: Jesus Jesus, geboren in einem Stall, liegt vor der Futterkrippe Auferstehung Christi aus einem Steinsarg; mit der roten Mütze vielleicht der Maler

Himmel und Hölle

       
Petrus lässt die Erlösten ein in Gottes neue Welt, das himmlische Jerusalem Maria, die Himmelskönigin wird gekrönt von Gott dem Sohn, Jesus und von Gott dem Vater Christus der Weltherrscher - neben ihm Maria und sein Lieblingsjünger Johannes Die Verdammten werden von Teufeln in die Hölle getrieben, ins ewige Verderben.

Lamm Gottes und Evangelisten

Das Lamm Gottes Matthäus Markus Lukas