Guter Auftakt

Fast 50 Menschen waren zu der ersten von drei Kirchenführungen nach Estorf gekommen. Die Führung musste außen beginnen - unter dem neugotischen Hase-Turm; denn - wie alle anderen auch - diese Kirche wird genutzt: es fand eine kirchliche Trauung statt.
Für die Führung hatte Pastorin Almut Henze-Iber den Ehrenbürgermeister des Dorfes, Rudi Niemann, gewinnen können - das war eine gute Entscheidung.

Unterm Kirchturm

Estorf hatte schon seit ungefähr 1570 eine kleine Kapelle. Die war baufällig und musste abgerissen werden.
Die neue Kapelle ist vor allem das Werk des Celler Vice-Kanzlers Weipert Ludwig von Fabrice. Es wurde ein der damaligen Zeit entsprechender schlichter Fachwerkbau, der am 20. Sonntag nach Trinitatis im Jahre 1696 eingeweiht wurde. Im Innern der Kapelle sind noch heute Frauen- und Männerstände, Bauernboden und vier Adelspriechen zu finden. Die Adligen kamen nicht durch die Tür in die Kirche. Sie hatten durch Außentreppen ihren eigenen Zugang zu ihren Sitzplätzen.
Schon bei der Vorgängerkapelle gab es für die Adelsgeschlechter eine Gruft unter dem Altar. Ungefähr seit 1630 hatten dort Bestattungen stattgefunden. Die Gruft, mit eigenen Wandmalereien, besteht noch heute; sie ist allerdings zugemauert, um sie zu erhalten.

Beeindruckende Wandmalereien

Die Kirche ist auch eine "biblia pauperum" - eine Armenbibel: die Bilder an der Decke und an den Wänden erzählen vom Heil der Menschen und vom Untergang der Verdammten.
Über dem barocken Kanzelaltar ist ganz groß das Jüngste Gericht dargestellt: die Geretteten kommen aus ihren Gräbern hervor und gehen ein in die Herrlichkeit Gottes - die aufgehende Sonne ist dafür Symbol. Die Verdammten werden von Teufeln in das ewige Feuer getrieben.
Beeindruckend: das Kirchenschiff zeigt ein offenes blaues Himmelsgewölbe und in der Mitte ist die Taube als Symbol des Heiligen Geistes dargestellt. Ja, über denen, die Gottes Wort hören, sich vom Geist Gottes leiten lassen, an Gott zu glauben und die Liebe zu leben, tut sich der Himmel auf, Gottes neue Welt.
Im Innern säumt die Darstellung der zwölf Apostel die Längsseiten des Kirchenschiffes; der fortlaufende Schriftsatz ist schnell als apostolisches Glaubensbekenntnis erkannt.
Nach dem Vortrag von Rudi Niemeyer hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich die Kirche in kleinen Gruppen anzusehen und miteinander darüber ins Gespräch zu kommen. Als kleine Hilfe wurden ihnen auf vier Seiten zahlreiche Fotos der Kirche mitgegeben.

Hier findest Du die Seite zu Estorf aus der Rätselrallye, dem Kirchenquiz des Kirchenkreises mit zahlreichen weiteren Fotos.